Informationsbroschüren und Studien zum Thema Frauen in der Kommunalpolitik

Publikation in der Reihe böll.brief
Demokratiereform #3

Genderranking deutscher Großstädte 2017
Ein Policy Briefing von Prof. Dr. Lars Holtkamp, Dr. Elke Wiechmann und Monya Buß (FernUniversität Hagen) im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung

Die Stadt Erlangen gewinnt das Genderranking deutscher Großstädte 2017 vor den klassischen Spitzenreiterinnen Trier und Frankfurt am Main. Das Schlusslicht bildet Mülheim an der Ruhr. Dies ist das Ergebnis des mittlerweile vierten Genderrankings deutscher Großstädte, das die Politikwissenschaftler/innen Prof. Dr. Lars Holtkamp, Dr. Elke Wiechmann und Monya Buß von der FernUniversität in Hagen im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung erstellt haben.

Das vierte Ranking innerhalb von knapp zehn Jahren zeigt ein zwiespältiges Bild: Der Frauenanteil an den Oberbürgermeister/innen ist stark eingebrochen – von noch 17,7% 2008 auf nunmehr 8,2% 2017 – und hat sich damit auf weniger als die Hälfte reduziert. Der Frauenanteil unter den Dezernent/innen ist dagegen als einzige politische Spitzenposition stark und kontinuierlich gestiegen: von 18,5 Prozent 2008 auf 29,1 Prozent 2017. Das wissenschaftliche Team der FernUniversität führt dies darauf zurück, dass hier die beruflichen Qualifikationen von Frauen eine größere Rolle spielen als bei der Besetzung rein politischer Ämter. Insgesamt gilt: Frauen sind gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil in den kommunalpolitischen Führungsämtern deutscher Großstädte auch 2017 unterrepräsentiert.

Ein noch stärker polarisiertes Bild ergibt sich, wenn man die Frauenanteile in den Stadträten nach Parteien aufschlüsselt. Spitzenreiter sind Bündnis 90/Die Grünen mit der Erfüllung ihrer 50-Prozent-Quote. Die einer Quote verpflichteten Parteien besetzen auch Fraktions- und Ausschussvorsitze deutlich stärker mit Frauen.

Wenn die Politik den Frauenanteil in Kommunalparlamenten und kommunalen Spitzenpositionen in vertretbarer Zeit erhöhen möchte, bleibt als Maßnahme nur die gesetzlich festgelegte, verbindliche Quote.

Der Link zu Studie und Dossier mit weiterführenden Texten https://www.boell.de/de/genderranking-2017

Zu den Autor/innen: Prof. Dr. Lars Holtkamp, geb. 1969, leitet das Lehrgebiet „Politik und Verwaltung“ an der FernUniversität in Hagen. Seine Forschungsschwerpunkte sind lokale Politikforschung, Verwaltungsmodernisierung, Haushalts- und Geschlechterpolitik.
Dr. Elke Wiechmann, geb. 1957, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft an der FernUniversität in Hagen im Lehrgebiet „Politik und Verwaltung“. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Partizipationsforschung, lokale Politikforschung und Geschlechterforschung.
Monya Buß, geb. 1985, ist Studentin der Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft und Soziologie an der FernUniversität in Hagen und studentische Hilfskraft im Lehrgebiet „Politik und Verwaltung“. Als grüne Kommunalpolitikerin und Fraktionsvorsitzende gilt ihr Forschungsinteresse insbesondere den kommunalen Strukturen in Bezug auf Geschlecht.

Fachkontakt:
Sabine Drewes, Referentin für Kommunalpolitik und Stadtentwicklung
Heinrich-Böll-Stiftung
drewes@boell.de , T +49-(0)30-285 34 – 249

65 Jahre LandesFrauenRat Schleswig-Holstein: Frauen in die Parlamente – jetzt!

Dokumentation der Jubiläumsveranstaltung am 1. Dezember 2015 in Kiel

Vortrag von Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski, Universtiät Kassel

Die Broschüre dokumentiert die Jubiläumsveranstaltung zum 65-jährigen Bestehen. In ihren Festvortrag geht Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski vorallem auf die Durchsetzung der verfassungsrechtlich gebotenen paritätischen Repräsentan von Frauen und Männern in den deutschen Parlamenten, um ihr Recht auf effektive demokratische Teilhabe und effektive Einflussnahme auf demokratische
Entscheidungen der Staatsorgane zu sichern – so wie es der ständigen Rechtsprechung des BVerfG1 entspricht – ein.
Die paritätische demokratische Teilhabe von Frauen fehlt in allen deutschen Parlamenten seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, also seit 66 Jahren. Hier bedarf es einer Änderung des geltenden Wahlrechts auf allen Ebenen – Bund, Länder, Kommunen. Sie erläutert dort die Notwendigkeit und Möglichkeiten für ein Parité-Gese

Download der Dokumentation

 

Kommunal Aktiv – Frauen in die Politik

Ein Handlungsleitfaden für Bildungsstätten

Der Deutsche Frauenring hat in Kooperation mit der Europäischen Akademie Berlin und mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2014/15 eine Workshop-Reihe mit dem Titel „Kommunal aktiv – Frauen in die Politik“ durchgeführt.  Sie wurde als Pilotprojekt angelegt mit dem Ziel, dass Landesverbände und Ortsringe des Deutschen Frauenrings, aber auch alle interessierten Frauenorganisationen und Fraueninitiativen, deutschlandweit diese Workshop-Reihe reproduzieren und passgenau weiterentwickeln können. Mit dieser Publikation legt der Deutsche Frauenring einen Handlungsleitfaden vor, der Auskunft gibt über Konzept und Struktur, Inhalte, Aufbau, der Inputs, Lernprozesse und Evaluation der Workshop-Reihe aufzeigt sowie aus den Erfahrungen gewonnene Empfehlungen gibt, um die Workshop-Reihe umzusetzen. Wir wünschen uns, dass dieser Handlungsleitfaden möglichst viele Frauen inspiriert und zum Mitmachen anregt.

http://www.deutscher-frauenring.de/handlungsleitfaden-kommunal-aktiv-2013-frauen-in-die-politik

Engagiert vor Ort – Aktiv für die Gesellschaft

Studie zum Stand der Gewinnung von Frauen für politische Mandate in Mecklenburg-Vorpommern

Conchita Hübner-Oberndörfer | Christian Nestler

Die Ochsentour ist nicht von ungefähr ein von einem männlichen Tier inspirierter Begriff. Der jahrzehntelange Einsatz in Ortsvereinen oder Kreistagsfraktionen, unter Sonnenschirmen mit Parteilogo oder in verrauchten Sitzungsräumen ist für viele Frauen nicht sonderlich attraktiv. Sie setzen sich anderswo ein: in Kulturvereinen, Jugendprojekten, Begegnungsstätten, in der Flüchtlingshilfe. Sind Frauen deshalb unpolitisch? Wohl kaum. Frauen haben Ziele, Ideen und Vorstellungen, wie und was in ihrem Ort, in ihrer Stadt, in ihrer Region sein und werden soll. Nur ist es irgendwie in den vergangenen Jahren nicht gelungen, einen spürbar wachsenden Teil dieser engagierten und ambitionierten Frauen für politische Ämter zu gewinnen.

Die vorliegende Studie leistet in Bezug auf das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern einen Beitrag zur Erforschung der Motive für kommunalpolitisches Engagement von Frauen. Erstens erfolgt eine umfangreiche Beschreibung des Status quo unter Einbeziehung der Landesspezifik und in Abgrenzung zu den alten Bundesländern (Kap. 2 und 3). Zweitens werden in der Verbindung der quantitativen – Langzeitbetrachtung sowie Querschnitt – und qualitativen Erhebung mit der bestehenden Forschung Anregungen zur Diskussion von Lösungsansätzen vorgestellt (Kap. 4 und 5), und hierdurch kann schließlich drittens ein weißer Fleck der bisherigen Forschung ausgefüllt werden.

https://www.gleichstellungsministerkonferenz.de/documents/Studie_zum_Stand_der_Gewinnung_von_Frauen_fuer_politische_Mandate_in_MV.pdf

Engagiert vor Ort – Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen

Die vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Studie „Engagiert vor Ort – Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen“ zeigt, dass auen nach wie vor im kommunalpolitischen Bereich unterrepräsentiert sind.

Im Mittelpunkt der Studie stehen Erfolgsfaktoren für den Einstieg und Aufstieg von Frauen in kommunalpolitischen Ämtern. Die bundesweite Befragung wurde von der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft, Berlin (EAF) durchgeführt.

„Engagiert vor Ort – Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen“ ist die bisher umfangreichste Untersuchung über Deutschlands Kommunalpolitikerinnen. Sie liefert zum einen aktuelle empirische Daten zum soziodemographischen Hintergrund und zu Ein- und Aufstiegswegen von Kommunalpolitikerinnen. Auf dieser Grundlage haben die Autorinnen zum anderen Handlungsempfehlungen für Parteien, zivilgesellschaftliche Organisationen und kommunale Akteur/innen abgeleitet, die die Debatte neu beleben und aufzeigen sollen, wie der Frauenanteil in der Kommunalpolitik nachhaltig erhöht werden kann.

Sie finden hier die gesamte Studie sowie eine Kurzfassung als PDF zum Download.

PDF (1,3 MB) Engagiert vor Ort – Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen – Kurzfassung herunterladen

PDF (8,2 MB) Engagiert vor Ort – Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen – Langfassung herunterladen